Das Fachmagazin c't aus dem Heise-Verlag in Hannover berichtet in unregelmäßigen Abständen immer wieder mal auch über Calamus.
Ich war sehr neugierig, was Ihr Autor Eckhard Paul in der c't-Ausgabe 17/2002 über preiswerte Layout- und Satzprogramme zu schreiben hatte. Über manche seiner Aussagen habe ich mich etwas gewundert.
Calamus habe ich mir letztes Jahr selbst gekauft, nachdem ich vorher die Lite-Version ausprobiert hatte (man kann sie sich ja herunterladen und 30 Tage kostenlos ausprobieren). Würde ich nicht eine echte Fußnotenverwaltung auf dem Macintosh benötigen, wäre ich vielleicht bei Ventura gelandet und gar nicht bis zu Calamus vorgedrungen. Die Oberfläche ist tatsächlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber erschlagen hat sie mich nicht. Tatsächlich finde ich die meisten Icons aussagekräftiger und kann sie mir viel leichter und besser merken als das, was ich von Word & Co her kenne (sie sind zwar fast nur schwarz-weiß, aber größer und wenn man die Funktion einmal kennt, meistens ziemlich selbsterklärend).
Die Notwendigkeit eines Handbuchstudiums halte ich nun nicht gerade für eine Tragödie, aber wenn man mal ein paar Grundlagen kapiert hat – was nicht schwer ist –, dann muss man nicht alles lesen (zumal jeder jederzeit bequem das Online-Handbuch im Internet nachschauen kann). Darüber hinaus gibt es einen vorzüglichen, kompetenten, schnellen und dazu noch kostenlosen Support und ein gutes Anwenderforum (nicht wie bei Microsofts Publisher, wo man, abgesehen von Spam, nur alle heilige Zeit mal einen neuen Beitrag findet).
Dass man keine Zukauf-Module mit der Lite-Version verwenden kann, ist nur die halbe Wahrheit. Zum einen ist die Lite-Version für ein Programm dieser Preisklasse schon ziemlich gut ausgestattet, zum anderen gibt es verschiedene Zukauf-Treiber, mit denen man – auch mit der Lite-Version – PDF oder Postscript ausgeben kann.
Dass sich einzeln stehende Zeilen beim Spaltenumbruch nicht verhindern lassen, ist auch gelogen – es geht allerdings nicht automatisch, sondern erfordert ein kurzes Ziehen mit der Maus, um den jeweiligen Textrahmen kürzer oder länger zu machen.
Dass Schriftstile von Absatzstilen (die übrigens auch mitten im Absatz wechseln können) unabhängig sind, ist vielleicht ungewöhnlich, macht das Arbeiten aber viel flexibler (wie überhaupt die Freiheitsgrade bei Calamus beträchtlich sind).
Aber genug von Calamus, mich hat außerdem gewundert, dass Sie den Microsoft Publisher überhaupt in diesen Bericht aufgenommen haben. Denn auch wenn das Programm so heißt, handelt es sich dabei doch mitnichten um einen echten Publisher. Warum? Man kennt die Eigenart von Word, jede Schrift, die in einem Dokument verwendet wird, die aber im System momentan nicht installiert ist, ohne Meldung durch eine andere zu ersetzen (man könnte ja den Anwender überfordern, wenn man ihm das mitteilen oder ihn sogar fragen würde, welche Ersatzschrift er denn nun haben will).
Dies und die Abhängigkeit der Schrift-Laufweite – und damit des Zeilenumbruchs! – vom jeweils gerade eingestellten Druckertreiber ist ja schon bei einem Textprogramm eigentlich kaum zu tolerieren. Aber der
Publishermacht das genauso! Man erstellt abends zuhause ein Faltblatt, man hat mit viel Mühe den Text schön untergebracht, und dann lässt man den Kollegen das mal auf seinem Super-Farblaser zu Papier bringen, weil man selbst ja nur einen einfachen Tintenstrahler hat: Man kann nie sicher sein, ob's noch genauso ausseht wie daheim. Wenn man Glück hat, sind die benötigten Schriften vorhanden und werden nicht stillschweigend durch mehr oder weniger ähnliche Fonts ersetzt. Aber auch dann ist man nicht gefeit davor, dass das Faltblatt plötzlich drei statt zwei Seiten hat, weil der Druckertreiber die Schrift anders berechnet.So etwas darf sich ein Publisher doch einfach nicht erlauben! Wir hatten ja bei uns im Büro mit dem Publisher geliebäugelt, aber wenn selbst beim Wechsel vom kleinen zum großen HP-Laserjet das Dokument plötzlich anders aussieht, dann ist das schlicht und einfach ein Ausschlusskriterium und das Programm ist für den geplanten Verwendungszweck nicht zu gebrauchen. Für mich ist es unverständlich, wenn in Ihrem Artikel auf solch einen schwerwiegenden – tja, bei einem Publisher muss man wohl Fehler sagen, nicht einmal hingewiesen wird.
Übrigens: Dass man mit WordArt
eine gelungene Funktion für ausgefallene Textgestaltungin der Hand hat, ist mir neu. Zum einen ist die Umsetzung der Funktionalität nicht besonders toll gelungen, zum anderen sind die Ergebnisse, die man mit WordArt erzielen kann, doch ziemlich bescheiden. Jemand hat mal geschrieben:Nur weil man kein Profi ist, muss man doch nichts hässliches machen.Dem schließe ich mich an.Dieter Stockert
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